MV Agusta Intercup Most 2011

MV Agusta Intercup: Neues Motorrad, alter Sieger


Der Leader des MV Agusta Intercups, Daniel Leibundgut, (Nr. 77) tauchte in Dijon mit einer komplett neuen F4 RR des Basler Händlers Schamal auf. Denn nach dem Disput mit seinem bisherigen Team konnte er nicht mehr auf sein angestammtes Fahrzeug zurückgreifen. Doch Leibundgut holte auch mit seinem neuen Gerät beide Laufsiege.
 
„Schade, ich war der Leidtragende für ein Problem, das nicht direkt mich betraf. Ich stand auf dem Lausitzring da wie ein gelackter Affe und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Für Dijon habe ich jetzt mal bei Schamal in Basel ein Motorrad erhalten. Mit diesem Team habe ich bereits im Vorjahr zusammengearbeitet. Aber wie es in Zukunft weitergehen wird, weiss ich noch nicht. Weitermachen würde ich sehr gerne.“
 
Leibundgut verzichtete auf die Trainings im Regen. „Ich wollte das neue Motorrad schonen. Und es hätte keinen Sinn gemacht, denn ich war erst bereit, als es zu regnen anfing und als die anderen schon im Trockenen ihre Zeiten geholt hatten. Aber ich wollte in Dijon die Maximalpunktzahl holen, denn ich will den Cup-Titel unbedingt. Die neue F4RR hat ein sensationelles Fahrwerk, ist extrem handlich und auch der Motor hat oben heraus viel Kraft. Die kleinen Löcher beim Gasaufziehen müssten wir aber noch wegkriegen.“
 
Rennen 1: Leibundgut startete im zusammen mit der Swiss Ducati Challenge und der Suzuki B-King-Trophy ausgetragenen Rennen aus der letzten Startreihe. „In den ersten zwei Runden hielt ich mich stark zurück, denn es war an einigen Stellen noch feucht“, erzählte Leibundgut. „Dann erhöhte ich die Pace und schnupfte Fahrer um Fahrer auf. Je länger das Rennen dauerte, umso schneller wurde ich. Zwei Runden vor Schluss kam ich an den führenden Christian Monsch mit der MV Brutale 1078 heran und ging sofort an ihm vorbei. Wenn das Rennen noch zwei Runden länger gedauert hätte, wäre ich sogar noch an die Ducatis von Canio Cancellara, Edgar Schnyder und Nicola Ranni herangekommen.“
 
Der zweitklassierte Christian Monsch wurde gegen Ende des Rennens sichtlich langsamer. „Ich bin seit Januar nicht mehr ernsthaft Motorrad gefahren“, sagte der Bündner. „Der Start war perfekt, aber nach zwei Dritteln des Rennens bekam ich Krämpfe in der linken Hand. Bis dahin konnte ich gut mit den schnellen Ducatis mithalten. Aber als Leibundgut von hinten heranrauschte, konnte ich nicht mehr entgegenhalten. Am Montag werde ich in der Migros wohl ein paar Schachteln Kondition einkaufen gehen müssen...“
 
Rennen 2: Die Geschichte im bei Sonnenschein ausgetragenen Laufes schien identisch zu verlaufen wie im ersten Rennen. Aber bei Rennhalbzeit fehlte plötzlich der rund zehn Sekunden vor Leibundgut fahrende Monsch, der zu Rennbeginn sogar mit der Spitzengrruppe der Ducatis mithalten konnte (siehe Bild, Monsch liegt hinter Flückiger und Andenmatten). „Die Brutale hat ihrem Namen alle Ehre gemacht und mich echt brutal per Highsider abgeworfen“, stöhnte Monsch nach dem Rennen. „Ich habe den Lenker nicht losgelassen und bin mit dem Oberkörper hart auf den Tank geknallt. Morgen werde ich wohl noch ein paar weitere Prellungen spüren. Bis zum Sturz war alles ok., dann ging alles sehr schnell.“
 
Der von hinten heranrückende Leibundgut nahm nach dem Ausfall von Monsch Tempo heraus. „Ich war damit wieder klar bester MV-Pilot. Und weiter vorne im Gesamtfeld hätte ich mit den schnellen Ducatis nur mithalten können, wenn ich weiter vorne hätte gestartet wäre.“
 
Text: Markus Lehner
Bilder: Edith Gafner + Andy Ruch