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Hungaroring 2010
Schweizer Strassen- Racing Saison 2010 Die weiteste Anreise, die wir bisher für ein Rennen auf uns genommen haben, führte uns zum Hungaroring nach Ungarn, etwa 20km östlich von Budapest. Wir fuhren mit unserem Fiat Ducato durch die aus allen Nähten platzende Metropole. Mir schien es, als würde Budapest mehr Baukräne als bewohnte Häuser vorweisen können – überall wurde gebaut, ausgebessert, verschönert oder einfach, mit Printwerbungen überhangen. Ganze Betonblocks wurden anstatt sie abzureißen mit riesigen Werbebannern überhangen. Hätten diese nachts noch geleuchtet, man hätte gedacht man sei in New York . Das Ganze war sogar so interessant, dass der Akku meiner Kamera bis zur Leistungsgrenze ausgeschöpft wurde. Auf dem Kurs angekommen fanden wir nur Ungaren vor, weit und breit keine Schweizer Rennfahrer. Gegen 15.00 Uhr trafen Hans Meyer und seine Freundin Helene ein und kurze Zeit später auch, in neuem Glanz, der MV Agusta Intercup Truck mit Markus Allenspach und Christian Monsch. Nach und nach füllte sich das Fahrerlager mit Rennteams und Fahrern. Gegen Abend waren dann alle MV Agusta Intercup Teilnehmer auf dem Platz. Die Fahrer; Horst Saiger, Daniel Leibundgut, Hans Mayer, Christian Monsch, Emanuel Elsa, Freddy Götte und Victor Meier. Mechaniker; Bernd. Catering; Helene, Edith, Claudia und Tamara. Organisation; Roberto Käser, Markus Allenspach, Giuseppe Passarelli und ich. Der Hungaroring an sich ist schon ein interessanter Track. Er bietet aufgrund der Formel-1-Verschlimmbesserungen kaum Kiesbetten sondern riesige asphaltierte Auslaufzonen. Gut, wenn man sich mal verbremst aber über die Nachteile möchte ich gar nicht nachdenken. Dazu kommt, dass die wirklich extrem lange, breit gebaute und abschüssige Zielgerade sehr kräftezärende Bremsmanöver erfordert. Nach der ersten Kurve und auf der “Gegengeraden” geht es wieder gehörig bergab. Am Freitag nutzten unsere Fahrer das freie Fahren in zwei Gruppen, schliesslich kannte keiner der Teilnehmer die Rennstrecke und man übte fleissig. Auch wurde an der Feinabstimmung herum experimentiert und kräftig geschraubt. Am Freitag Abend wurden wir von unserem Catering Team unter der Leitung von Tamara sehr gut verköstigt und es wurde ein langer Abend. Samstag, nach ein paar Trainings ging es erstmals um die Qualifikation. Nun wurde richtig an den Rundenzeiten gedreht und mit jedem Umlauf sanken die Zeiten in den Keller. Horst Saiger legte auf seiner MV Agusta F4 1000 eine unglaubliche 1:53.639 auf den Asphalt und sicherte sich die Pole. Alain Andermatten (Ducati) folgte mit einem Respektabstand von 3.532 Sekunden und belegte den zweiten Startplatz. Jürg Käppeli (Ducati) auf der drei, Peter Aregger (Ducati) auf der vier und Daniel Leibundgut (MV Agusta F4 312) auf der fünf. 6.ter Ernst Grabner (Ducati), 7.ter Christian Monsch MV Brutale, 8.ter Konrad Hess (Ducati), 9.ter Emanuel Elsa MV Brutale. Freddy Götte fuhr auf den 16. ten, 20.ter wurde Hans Mayer und 21.ter Victor Meier beide auf MV Agusta F4 1000. Rennen 1 Italo: Das 8 Runden Rennen wurde von Anfang an durch Horst Saiger dominiert. Dieser konnte vor allem dank sehr wenig Gewicht (sprich Benzin im Tank) dem Feld Runde um Runde mehrere Sekunden abnehmen, um schliesslich in der 7.ten Runde ohne Benzin im Tank weit in Führung liegend das Motorrad an die Leitplanken zu stellen und auf den Besenwagen zu warten. Unterdessen kämpfte sich Daniel vom 5.ten Startplatz immer weiter nach vorne und kämpfte mit Peter Aregger um den zweiten Platz. Christian Monsch gab das Rennen an vierter Stelle nach sechs Runden auf und viel aus der Wertung. In diesen sechs Runden zeigte er aber der Ducati Meute was so in einer Brutale steckt, es war ein Gaudi zu sehen, wie er innen oder aussen an seinen Konkurrenten vorbeischoss. Emanuel flog auf seiner Brutale 910 buchstäblich um den Rundkurs. Immer wieder schob er sich an seinen Mitstreitern vorbei und wurde mit einem sehr guten 8.ten Rang in der Italo und einem zweiten Rang beim MV Agusta Intercup belohnt. Freddy bewegte seine neue F4 1000 flott um den Kurs und kämpfte mit Gianni Carluccio und Thomas Staub (beide Ducati) um den 10.ten bis 12.ten Rang. Leider wurde es bei der Italo ein 12.ter Rang, aber beim MV Agusta Intercup reichte es aufs Podest und er wurde Dritter beim ersten Rennen. Victor musste sich mit Fahrwerks-Problemen von Antonio Matturro geschlagen geben und beendete das Rennen auf dem 14.ten Platz, was ihm aber beim Intercup immer noch viele Punkte einbrachte, schliesslich wurde er Fünfter. Hans belegte nach einem eher ruhigen Rennen mit einer Runde Rückstand den 15.ten Platz und dennoch es hatte ihm Spass gemacht und das ist das Wichtigste. Sein Motorrad machte von Anfang an Zicken, Batterie leer, lief nicht an, etc, aber er stand am Start und holte das Beste aus seiner MV F4 heraus. Ach ja, der Sieger des ersten Laufes war übrigens Daniel Leibundgut; in der letzten Runde, zwei Kurven vor dem Ziel bremste er Peter Aregger aus und übernahm die Spitze bis ins Ziel. Der erste MV Agusta Sieg in diesem Jahr war perfekt. Herzliche Gratulation. Rennen 2 Italo: Startaufstellung: Pole für Daniel Leibundgut (MV), Emanuel Elsa in der zweiten Reihe auf der Acht. In der dritten Freddy Götte auf der Zwölf, Victor (14) stand mit Hans (15) und Christian (16) in der vierten Reihe. Horst musste sich mit dem 17.ten Startplatz in der Reihe 5 begnügen. Hat er dieses mal genügend Benzin dabei? Die Ampel erlosch und das Feld donnerte die Start-Zielgerade hinunter. Bereits in Kurve drei lag Horst Saiger an der Spitze, wie macht der das bloss? Horst zeigte Rennsport vom feinsten und distanzierte sich vom ganzen Feld innert weniger Runden. Dahinter kämpften Ernst Graber (Duc), Peter Aregger (Duc), Emanuel (MV), Daniel (MV) und Canio Cancellara (Duc) um die Plätze. Daniel, Ernst und Peter setzten sich vom Verfolgerfeld ab und fuhren hinter Horst ihr eigenes Rennen. Peter verbremste sich in der hinteren Schikane und musste zu Boden. Daniel musste dadurch einen grossen Bogen fahren und Ernst konnte wieder zu ihm aufschliessen. Das ganze geschah zwei Runden vor Schluss. Auch Christian Monsch ging wie schon im ersten Lauf in der sechsten Runde an vierter Stelle liegend in die Boxen. Emanuel schlug sich mit seiner Brutale tapfer und konnte Tom Lanz und Konrad Hess hinter sich lassen. Der Lohn der Mühe war ein vierter Rang bei der Italo und ein dritter Rang beim Intercup. Freddy fuhr seine schnellste Rundenzeit im zweiten Rennen und dies wurde mit einem neunten Platz mit 0.464 Sekunden Vorsprung auf Michael Schneider belohnt. Hans (11) und Victor (12) kamen mit einer Runde Rückstand ins Ziel. Bravo; Ankommen, Spass haben und für sich die Limite gefunden zu haben ist auch ein Erfolg den man geniessen muss. Horst fuhr diesen Lauf unangefochten nach Hause und gewann dieses Rennen mit 48.493 Sekunden Vorsprung auf den zweitplazierten Ernst Grabner (Duc) und Daniel Leibundgut (MV) auf dem dritten Platz. Tja, drei Kurven vor Schluss schoss Ernst auf der Bremse an Daniel vorbei und brachte diesen Lauf nach Hause. Daniel konnte nicht mehr attakieren und begnügte sich mit dem dritten Rang. Beim MV Agusta Intercup gab es dann folgende Plazierungen; 1.ter Horst Saiger, 2.ter Daniel Leibundgut, 3.ter Emanuel Elsa, 4.ter Freddy Götte, 5.ter Hans Mayer und 6.ter Victor Meier. Text: Andy Ruch Bilder: Andy Ruch |