Sensationelle Rennaction mit Windschattenduellen von der ersten bis zur letzten Runde

Die Helden der Schweizermeisterschaft trafen sich zum fünften und sechsten Lauf in Most.
Mitten im Kohlenrevier der Tschechischen Republik liegt die Rennstrecke von Most. Der Streckenverlauf ist flüssig und die Auslaufzonen mit Kiesbetten ausreichen. Die Strecke liegt ungefähr 730 km östlich von Basel.
Im Jahr 2005 wurde auf Bestreben der FIM, und um die Zulassung für internationale Rennen zu erhalten, die sehr schnelle Linksschikane nach Start und Ziel umgebaut und steht nicht mehr zur Verfügung.
 
Ducati Challenge + MV Agusta Intercup + Triumph Speed Triple Cup Quali

Um endlich auf das Renngeschehen zu kommen, werden wir noch kurz das Ergebnis der Italo Qualifikation betrachten. Horst Saiger musste wohl in der Nacht eine Bahnlinie gezogen haben.
Seine MV Agusta F4 lag wie auf Schienen und umrundete den schnellen Kurs von Most mit 1:38,920 gefolgt von Alain Andenmatten (Ducati 1098 R) in 1:43.162, Daniel Leibundgut  (F4 312RR) 1:47.224 und Jürg Käppeli (Ducati 848) in 1:47.472. Diese vier Herren belegten die erste Reihe. Hans Mayer (F4 1000 R) konnte in der dritten Startreihe seinen Platz einnehmen, mit einer Zeit von; 1:58.673 was den 9.ten Startplatz bedeutete.
 
Austria & Swiss Open Quali
 
Wieder zog Horst Saiger seine Schienenbahn um den Kurs und nahm die Pole mit 1:38.926 inne, Thierry Jaeck (Honda CBR 1000) folgte auf dem 2.ten Platz mit 1:44.641. 3.ter Rico Steinemann (Kawasaki ZXR10R) kam mit 1:45.095 nahe an Steinemann heran, rettete aber nur 0.139 Sekunden auf den 4.ten Dani Leibundgut, der seine MV mit 1:45.234 um den Kurs prügelte. Roger Heierli verblüffte die Konkurrenz mit seiner 2-Takteten Honda RS 250 und kam mit einem Rückstand auf Dani von nur 0.330 Sekunden auf den 5.ten Platz. Die Plätze für die Startaufstellung waren bezogen.
 
Quali CH SST 600 + IOEM 600
 
Dominik Plüss , Thomas Berghammer, Kevin Kreutzer und Pascal Nadalet waren die Helden der 600er. Sie waren es, die die erste Reihe unter sich ausmachten. Dominik Plüss (ASR Kawasaki) beanspruchte die Pole mit 1:40.489 für sich. Berghammer musste sich mit 0.516 Sekunden geschlagen geben. Kevin Kreutzer rettete sich mit 0.001 Sekunden vor der schnellen ASR Kawasaki von Pascal Nadalet über den Zielstrich auf Platz drei. Fünf mal sass der 15 Jährige Dominic Schmitter auf einer 600er und zog seine Runden mit 1:42.741 was ihm den 10.ten Startplatz brachte.
 
Quali CH SST 1000 + IOEM 1000
 
Gregory Junod, Patric Muff, Lorenz Sennhauser, Simon Baumann, Helmut Schleindlhuber und Kamil Prager waren es die das Quali der 1000er dominierten. Junod konnte Patric Muff in die Schranken weisen und schnappte sich die Pole mit 1:37.367, was schon ziemlich nahe am Streckenrekord von Andy Meklau aus dem Jahre 2005 lag. Sollte dieses Wochenende der Streckenrekord fallen und wenn ja, durch wen, lag doch Muff nur gerade 0.401 Sekunden dahinter.  Lorenz Sennhauser auf der ASR Kawasaki konnte Baumann mit 0.086 Sekunden Vorsprung in Schach halten. Die erste Reihe stand perfekt.
 
1. Rennen Ducati Challenge + MV Agusta Intercup + Triumph Speed
 
Tja, was soll ich nun schreiben….. Regen, Verzögerungen, Regen und nochmals Verzögerungen.
Da die Rennen der Open Klasse, SM 600 +Sm 1000 vor der Italo Klasse waren, hat sich das Zeit- und Wetterfenster zu unseren ungunsten verschoben. Das Rennen wurde ersatzlos gestrichen.
 
1.Rennen Austria & Swiss Open
 
Klarer Start-Ziel Sieg von Thierry Jaeck auf seiner Honda CBR 1000, obwohl Horst Saiger auf einer MV Agusta F4 mit 27.512 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie fuhr, holte sich der Honda Pilot den Sieg. Horst Saiger wurde als Lizenzfahrer nicht gewertet, fuhr ausser Konkurrenz und wie von einem anderen Stern. Das ASR Team durfte sich einen zweiten Rang durch Rico Steinemann verbuchen und 20 Punkte mitnehmen. Christian Greter, Erich Peter und Daniel Leibundgut kämpften um den letzten Podestplatz. Greter der die Power seiner 1000er Suzuki ausspielen konnte verwies seine Kontrahenten auf die Plätze. Erich konnte zwar eine schnellere Runde vorweisen, aber Daniel liess sich die 13 Punkte nicht wegnehmen und kam mit der 600 Honda auf Rang vier.
 
1. Rennen CH SST 600 + IOEM 600
 
Böser Crash, der zum Glück nicht so schlimm ausging, wie er aussah. Nur gerade sechs Runden waren gefahren, als Dominik Plüss und Kevin Kreuzer in der Senke nach der Kehre einen Zusammenstoss hatten. Pascal Nadalet führte das Feld vor Thomas Berghammer und Dominik Plüss an. Mit ca. 5 Metern Abstand folgte Kevin Kreuzer, der sich aber zur Kehre hin an die Spitze heranbremsen konnte. Kreuzer kam besser aus der Kehre heraus und konnte im leichten Rechts- knick an Dominik vorbei gehen. Dieser folgte Kevin und beide zogen im Linksknick an Berghammer innen vorbei. Beim Anbremsen zur Senke, Höhe der 100m Marke kam es zu einer Berührung der beiden. Kevin und Dominik stürzten schwer; die Suzuki von Kevin rutschte bis in die Kurve hinein, während die Kawasaki und Dominik in den rechten Wiesenteil rutschte. Berghammer konnte mit viel Mühe dem auf der Strecke liegenden Kevin und seiner unkontrolliert rutschenden Suzuki ausweichen. Die nachfolgenden Piloten reagierten sehr schnell und mussten Slalom um die, auf der Strecke liegenden Teile von der Suzuki und um Kevin Kreuzer fahren. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und mit der halben Punktezahl gewertet.
 
1. Rennen CH SST 1000 + IOEM 1000
 
Das Wetter hatte sich massiv verschlechtert und es musste ein Regentraining gefahren werden.
Zum Start war es aber wieder besser und es durfte am Kabel gezogen werden. Lorenz Sennhauser hatte den besten Start erwischt und führte das Feld vor Patric Muff und Gregory Junod an. Muff griff Sennhauser aber sofort an und setzte ihn unter Druck. in der zweiten Runde konnte Muff auf der Zielgeraden an Sennhauser vorbei gehen.  Junod folgte mit einem Respektabstand und legte sich die beiden vor ihm fahrenden zurecht. Christian Küenzi (Kawasaki) kämpfte mit Jaques Schmid (Yamaha) und Stephane Bourgeois (Suzuki). Das Dreier-Packet lieferte sich einen spannenden Kampf bis in die letzte Runde. Gregory Junod übernahm in der Zwischenzeit die Spitze  und brachte die Suzuki mit 0.813 Sekunden Vorsprung auf Patric Muff ins Ziel. Lorenz Sennhauser verlor nur gerade 3.103 Sekunden auf die Spitze.
 
2. Rennen CH SST 600 + IOEM 600
 
Ein spannendes Rennen bei Sonnenschein und etwas kühleren Temperaturen lieferten sich die Jungs mit den 600 Bikes. Thomas Berghammer zog gleich von Anfang an der Spitze weg, dahinter aber herrschte Krieg, in jeder Runde wechselten die vier Piloten ihre Plätze. Die Hauptdarsteller dieses Krimis waren, Pascal Nadalet (ASR Kawasaki), Hannes Hofer (Kawasaki), Mike Graf (Blau Kawasaki) und der 15 Jährige Dominic Schmitter (PCP Yamaha). Dominic kämpfte hart und hatte in der Kehre 5 viele Rutscher am Vorderrad. Berghammer konnte dieses Rennen für sich verbuchen, gefolgt von Nadalet und mit nur 0.034 Sekunden Rückstand auf Pascal kam der Nachwuchsfahrer Dominic Schmitter aufs Podest.
 
2. Rennen Rennen CH SST 1000 + IOEM 1000
 
Copypace des ersten Laufes, fast jedenfalls, denn Lorenz Sennhauser kam nicht über die erste Runde hinaus. Vorne aber gab es nur zwei Piloten die ihr eigenes Rennen fuhren und den Rest des Feldes um über 40 Sekunden  distanzierten. Muff führte das Feld in die erste Runde, gefolgt von Schleindelhuber und Sennhauser. Baumann lag für einen kurzen Moment sogar noch vor Junod, dieser aber stellte die Hackordnung bereits in der ersten Runde wieder her und hatte nur ein Ziel: Patric Muff. Patric wollte so schnell wie möglich dem Feld davonziehen und brannte gleich von Anfang an tiefe Rundenzeiten in den Asphalt. Gregory machte ihm diesen Gefallen nicht und konterte mit noch tieferen Zeiten. Langsam kam der Rundenrekord von Meklau aus dem Jahre 2008 mit 1:37,213 in Gefahr. Gregory konnte Muff überholen und zog mit konstant schnellen Rundenzeiten Patric davon. Und tatsächlich konnten die beiden den Rundenrekord unterbieten, Patric Muff mit 1:36.809 verbesserte den Rekord um 0.404 Sekunden, Gregory Junod aber war nochmals schneller und zog den strich auf 1:36.664 (speed 157.126 km/h) was den Rekord um 0.549 senkte. Simon Baumann fuhr ein einsames Rennen und wurde dritter.
 
2. Rennen Ducati Challenge + MV Agusta Intercup + Triumph Speed
 
Das Rennen ist schnell erzählt, Horst Saiger (MV F4) fuhr wie aus einer anderen Galaxie, Daniel Leibundgut (MV F4 312R) wie von einem anderen Stern und Konrad Hess auf einer Ducati 1198.
Leider waren nur noch sieben Fahrer am Start, davon kamen sechs ins Ziel. Schade eigentlich, denn diese Klasse hätte mehr Teilnehmer verdient. Lag es wohl an der langen Anreise, oder wie?
Jedenfalls die, die am Start standen, hatten den Plausch und lieferten sich ein tolles Rennen. Hans hatte sich massiv gesteigert an diesem Wochenende und er wurde mit nur einer Runde Rückstand auf Horst als 5.ter gewertet. Boris Künzler verlor doch gleich drei Runden. Horst drückte die Rundenzeiten in den Keller und fuhr eine 1:37.708 während Daniel nun auch eine 1:43.554 in den Asphalt brannte.
 
 2.Rennen Austria & Swiss Open
 
Horst Saiger legte einen perfekten Start hin und übernahm die Spitze. Gefolgt von Rico Steinemann, Thierry Jaeck und Erich Peter. Daniel Leibundgut hatte einen schlechten Start und kam nur als achter bei der ersten Schikane an. Er musste sich sogar von zwei B-Kings geschlagen geben. Adi Wohlwend und Roland Müntener schoben ihre Panzer noch vor Roger Heierli ins Eck. Bereits aber in der zweiten Runde lag Dani schon an fünfter Position und hatte Anschluss an Christian Greter. Horst legte eine wunderbare Demonstration seiner MV Agusta F4 hin und kam als erster über die Ziellinie mit 29.294 Sekunden Vorsprung auf Rico Steinemann. Dieser wiederum rettete sich nur ganz knapp vor Thierry Jaeck über die Linie, sein Zeitguthaben war mit 0.379 Sekunden Positiv ausgegangen. Daniel hatte einen ungleichen Zweikampf, Roger Heierli mit seiner leichten und wendigen Honda RS250 bremste sich immer wieder an Daniel heran und in den Kurven manchmal sogar auf gleiche Höhe. Nur dank der Power der MV Agusta F4 312R konnte Daniel sich immer vor Roger halten. Im Ziel waren es dann nur gerade 0.502 Sekunden die er zu seinen Gunsten nach Hause brachte. Horst wird leider wegen dem Lizenztheater nicht gewertet.
So wurde der Sieg Rico Steinemann zugesprochen und Thierry Jaeck wurde zweiter. Daniel Leibundgut belegte mit der MV den dritten Rang. Hätte er auch im ersten Rennen die MV genommen wären wahrscheinlich zwei Podestplätze möglich gewesen.
 
Andy Ruch
 
ItaloRace1.pdf                                                           Jahresklassement_Italo_10_001.pdf
OpenRace1.pdf                OpenRace2.pdf                  Jahresklassement_Open_10_002.pdf
SST600Race1_000.pdf     SST600Race2_000.pdf      Jahresklassement_Superstock_600_10_002.pdf
SST1000Race1_000.pdf   SST1000Race2_000.pdf    Jahresklassement_Superstock_1000_10_002.pdf