MV Agusta Intercup Most 2010
Pannoniaring 2010
 

Großer Sport trotz Teilnehmerschwund bei der SM am Pannoniaring

Auf zur dritten Runde hieß es am ersten Juli-Wochenende (03.-05.07. 2010) für die Schweizer Strassenmeisterschaft und ihre zwei Prädikate 600 Superstock und 1000 Superstock sowie die Klassen Open National und Italo. Nachdem beim Saisonstart am Hungaroring immerhin noch 89 Teilnehmer am Start standen, präsentierte sich das Teilnehmerfeld am Pannoniaring deutlich schwächer. 63 Teilnehmer stellten einen neuen Negativrekord für die höchste Schweizer Motorradsportliga dar.

Immerhin hatte dies keinen Einfluss auf die sportlichen Ereignisse. Die Leistungsdichte in den zwei Klassen war schon im Zeittraining enorm hoch, was sich auch in den Rennen fortsetzen sollte. Auch optisch fiel der Teilnehmerschwund so richtig ins Auge, waren die zwei Klassen mit jeweils rund 8 Fahrern bei der 600 und 14 Fahrern bei der 1000er doch schlecht besetzt. Das Fahrerlager wirkte stellenweise leer. Wäre nicht eine parallele Motorradveranstaltung gewesen, hätte man denken können in einer Geisterstadt gelandet zu sein.
 
Qualifikation Italo und Open

Wegen zuwenig Teilnehmern wurden die Klassen Italo und Open zusammengelegt und es entstand ein sehenswertes Starterfeld mit 29 Piloten. Trotz der relativ grossen Leistungsunterschiede in diesen Klassen ergab sich eine bunt gemischte Startaufstellung. Horst Saiger (MV F4 Grisoni Racing) dominierte dieses Feld wie gewohnt. Mit 1:57.754 hätte er sogar bei der 1000 SST den dritten Startplatz hinter Gregory Junod inne gehabt. So hiess sein Gegner Thierry Jack (CBR 1000). Alain Andermatten prügelte seine Ducati in die erste Reihe und belegte mit 2:03.125 den dritten Platz. Daniel Leibundgut spielte seinen Poker aus und nahm die Honda CBR 600RR für die Qualifikation und belegte mit 0.473 Sekunden Rückstand auf Andermatten den vierten Platz. Christian Monsch (Grisoni Racing) bewegte das erste mal die neue F4 auf der Rennstrecke und holte den siebten Startplatz. Hans Meyer (F4 1000) vom Team Guaccis konnte den 15ten und unser Neuzugang Peter Nessensohn von SBK-MV (F4 1078) den 25ten Startplatz herausfahren.
 
Race 1 Italo + Open

Überholen unter gelber Flagge wird mit 10 Sekunden Strafe belegt, trotzdem gewann Thierry Jack (Honda CBR 1000) das Rennen in der Open Klasse noch mit 4.745 Sekunden Vorsprung auf Hansruedi Berger (Kawasaki). Daniel Leibundgut fuhr mit seiner MV F4 1000R gerade einmal zwei Runden bevor sich eine 15Amp. Sicherung verabschiedete und er ausrollen musste. Sichtlich genervt ob diesem dummen Zwischenfall schwang er sich bei Markus Allensbach auf den Honda Roller und verschwand im Fahrerlager. Ein Podestplatz wäre in der Open sicherlich im bereich des möglichen gewesen. Da Italo und Open zusammengelegt worden waren, war dies auch ein Nuller bei der Italo Klasse.
Horst Saiger knallte eine 1:57.719 auf den Pannonia-Ring und nahm Ernst Grabner 42.080 Sekunden ab. Christian Monsch konnte Peter Aregger sicher in Schach halten und sicherte sich damit einen Platz auf dem Podest. Hans Mayer konnte sich nach einem Abstecher in die Botanik zurückkämpfen und den einen oder anderen noch in die Schranken weisen. Für ihn sprang beim MV Agusta Intercup der erste Pokal heraus. Peter Nessensohn kam mit seiner MV immer besser zurecht und konnte auch den einen oder anderen Fight für sich verbuchen, was ihm schliesslich den vierten Rang beim Intercup einbrachte.
 
Race 2 Italo + Open

Thierry Jack, Hansruedi Berger und Christian Greter waren die Männer auf dem Podest der Open Klasse. Da fehlt doch wieder ein Name, in der Warmup Runde hatte ich ihn noch gesehen. Klar, er musste von weit hinten starten, hatte er doch einen Ausfall im ersten Rennlauf. Vielleicht habe ich ihn durch das Objektiv meiner Kamera nicht gesehen. Warten wir die zweite Runde ab. Nein da war er auch nicht. Auch Hans Mayer war weit hinten im Feld anzutreffen, lag er doch auch noch hinter Peter Nessensohn, gab es etwa einen Sturz nach dem Start? Horst dominierte das Feld und fuhr locker 1:57.184. Hinter ihm die grosse Leere, bis Jack mit seiner Honda kam. Christian Monsch hatte die F4 wieder gegen die Brutale 1078 getauscht und zeigte faszinierende Schräglagen und wilde Wheelies. Im Intercup lag er auf Platz zwei. Hans fuhr eines seiner besten Rennen und konnte sich um ein paar Gegner entledigen. Beim MV Agusta Intercup lag schon wieder ein Podestplatz drin. Ja und der Dani? Was für ein Pech, das selbe Schicksal wie im ersten Lauf, nur diesmal bereits in der Startaufstellung. 15 Amp. Sicherungen sind wohl für die heissblütige Italienerin zuwenig.

Text: Andy Ruch
Bilder: Andy Ruch