Großer Sport trotz
Teilnehmerschwund bei der SM am Pannoniaring
Auf zur dritten Runde hieß es am ersten Juli-Wochenende (03.-05.07. 2010) für
die Schweizer Strassenmeisterschaft und ihre zwei Prädikate 600 Superstock und
1000 Superstock sowie die Klassen Open National und Italo. Nachdem beim
Saisonstart am Hungaroring immerhin noch 89 Teilnehmer am Start standen,
präsentierte sich das Teilnehmerfeld am Pannoniaring deutlich schwächer. 63
Teilnehmer stellten einen neuen Negativrekord für die höchste Schweizer
Motorradsportliga dar.
Immerhin hatte dies keinen Einfluss auf die sportlichen Ereignisse. Die
Leistungsdichte in den zwei Klassen war schon im Zeittraining enorm hoch, was
sich auch in den Rennen fortsetzen sollte. Auch optisch fiel der
Teilnehmerschwund so richtig ins Auge, waren die zwei Klassen mit jeweils rund 8
Fahrern bei der 600 und 14 Fahrern bei der 1000er doch schlecht besetzt. Das
Fahrerlager wirkte stellenweise leer. Wäre nicht eine parallele
Motorradveranstaltung gewesen, hätte man denken können in einer Geisterstadt
gelandet zu sein.
Qualifikation 600 SST
Bei den 600 SST setzte sich Pascal Nadalet vom ASR Racing Team vor Mike Graf aus
dem Blau Power Bikes mit 0.207 Sekunden durch. Dicht dahinter folgten Chris
Burri und der erst 16 Jährige Dominic Schmitter, diese Vier bildeten die erste
Startreihe und bewegten sich auf dem gleichen Level, waren doch nur 0.527
Sekunden Differenz zwischen dem ersten und vierten.
Qualifikation 1000 SST
Patrick Muff und Gregory Junod bewegten ihre Motorräder als ob sie von einem
anderen Stern wären. Mit über drei Sekunden Vorsprung auf den dritten Simon
Baumann und 3.390 Sekunden auf Lorenz Sennhauser sicherte sich Patrick Muff die
Pole. Einzig Gregory Junod konnte mit einem Respektabstand von 0.638 Sekunden
auf Patrick folgen. Christian Künzi von Blau Power Bikes belegte zwar im Quali
den 7. Startplatz, musste aber sehr früh schon zu Boden und konnte am Rennen
nicht mehr teilnehmen. Gute Besserung Chrigel!
Qualifikation Italo und Open
Wegen zuwenig Teilnehmern wurden die Klassen Italo und Open zusammengelegt und
es entstand ein sehenswertes Starterfeld mit 29 Piloten. Trotz der relativ
grossen Leistungsunterschiede in diesen Klassen ergab sich eine bunt gemischte
Startaufstellung. Horst Saiger (MV F4 Grisoni Racing) dominierte dieses Feld wie
gewohnt. Mit 1:57.754 hätte er sogar bei der 1000 SST den dritten Startplatz
hinter Gregory Junod inne gehabt. So hiess sein Gegner Thierry Jack (CBR 1000).
Alain Andermatten prügelte seine Ducati in die erste Reihe und belegte mit
2:03.125 den dritten Platz. Daniel Leibundgut spielte seinen Poker aus und nahm
die Honda CBR 600RR für die Qualifikation und belegte mit 0.473 Sekunden
Rückstand auf Andermatten den vierten Platz. Christian Monsch (Grisoni Racing)
bewegte das erste mal die neue F4 auf der Rennstrecke und holte den siebten
Startplatz. Hans Meyer (F4 1000) vom Team Guaccis konnte den 15ten und unser
Neuzugang Peter Nessensohn von SBK-MV (F4 1078) den 25ten Startplatz
herausfahren.
Race 1 Superstock 600
Pascale Nadalet über nahm in der zweiten Runde mit einem tollen Ausbremsmanöver
die Spitze und dominierte den ersten Rennlauf. Chris Burri konnte den Speed
nicht ganz mitgehen und fuhr ein einsames Rennen auf Platz zwei. Dominic
Schmitter und Mike Graf lieferten sich bis zum Schluss ein spannendes Rennen,
welches Dominic für sich entscheiden konnte. Lediglich die Streithähne Matteo
Righitto und Christian Bächler lieferten sich durchs ganze Rennen einen harten
aber fairen Kampf. Immer wieder wechselten die Positionen, aber Righitto konnte
sich in der entscheidenden Phase etwas absetzen und beendete das Rennen auf dem
fünften Platz.
Race 1 Superstock 1000
Als Hausherr konnte man Patrick Muff bezeichnen, trotz grosser Gegenwehr von
Gregory Junod fuhr der Bannwiler mit seiner TKR Suzuki die schnellsten
Rundenzeiten und gewann das Rennen mit nur gerade 0.202 Sekunden Vorsprung auf
Gregory. Die zwei distanzierten den Rest des Feldes ( diff. 46.861) ganz klar
und so musste Lorenz Sennhauser ein einsames Rennen fahren, nachdem sein
Kontrahent Simon Baumann gestürzt war. Der Vierte, Jacques Schmid hatte bereits
19.089 Sekunden Rückstand auf Lorenz Sennhauser und kämpfte mit Stephane
Bourgeois. Chrigel Künzi konnte an diesem Rennlauf nicht mehr teilnehmen, befand
er sich doch zu dieser Zeit bereits im Spital in Savar.
Race 1 Italo + Open
Überholen unter gelber Flagge wird mit 10 Sekunden Strafe belegt, trotzdem
gewann Thierry Jack (Honda CBR 1000) das Rennen in der Open Klasse noch mit
4.745 Sekunden Vorsprung auf Hansruedi Berger (Kawasaki). Daniel Leibundgut fuhr
mit seiner MV F4 1000R gerade einmal zwei Runden bevor sich eine 15Amp.
Sicherung verabschiedete und er ausrollen musste. Sichtlich genervt ob diesem
dummen Zwischenfall schwang er sich bei Markus Allensbach auf den Honda Roller
und verschwand im Fahrerlager. Ein Podestplatz wäre in der Open sicherlich im
bereich des möglichen gewesen. Da Italo und Open zusammengelegt worden waren,
war dies auch ein Nuller bei der Italo Klasse.
Horst Saiger knallte eine 1:57.719 auf den Pannonia-Ring und nahm Ernst Grabner
42.080 Sekunden ab. Christian Monsch konnte Peter Aregger sicher in Schach
halten und sicherte sich damit einen Platz auf dem Podest. Hans Mayer konnte
sich nach einem Abstecher in die Botanik zurückkämpfen und den einen oder
anderen noch in die Schranken weisen. Für ihn sprang beim MV Agusta Intercup der
erste Pokal heraus. Peter Nessensohn kam mit seiner MV immer besser zurecht und
konnte auch den einen oder anderen Fight für sich verbuchen, was ihm
schliesslich den vierten Rang beim Intercup einbrachte.
Race 2 Superstock 600
Dominic Schmitter und Pascal Nadalet lieferten sich einen heissen Ritt im
Glutofen Pannonia-Ring. In jeder Runde war ein anderer in Führung, manchmal auch
nach jeder Kurve. Chris Burri konnte nur aus der Distanz zuschauen und versuchen
an den Zweien dran zu bleiben. Mike Graf schlug sich mit Christian Bächler und
Matteo Righitto um die Plätze. Drei Runden vor Schluss lag Dominic beim Anflug
auf die Kurve neun in Führung und ging etwas zu hart ans Gas, was seine Moriwaki
R6 mit einem einklappenden Vorderrad quittierte. Der Sturz war nicht mehr zu
vermeiden, Dominic krachte mit einer solchen Gewalt ins Kiesbett das sein Arm
und die Moriwaki R6 nicht mehr so schön aussahen. Pascale Nadalet musste in
dieser Situation aufmachen und den Notausgang übers Kiesbett in die Wiese
nehmen. Dieses Manöver kostete sehr viel Zeit und Chris Burri konnte von diesem
Zwischenfall profitieren und übernahm die Spitze. Pascale kämpfte sich an Chris
heran, aber dieser verteidigte seinen Vorsprung perfekt und fuhr den Sieg mit
0.355 Sekunden Vorsprung nach Hause. Mike Graf befreite sich von seinen
Mitstreitern und sicherte sich den dritten Platz.
Race 2 Superstock 1000
1:55.529 stand auf der Uhr, diese Fabelzeit konnte nur einem gehören; Patrick
Muff war an diesem Wochenende nicht zu schlagen. Ganz anders als im ersten
Rennlauf konnte er sich diesmal von Gregory Junod ab der ersten Runde an
absetzen. Der Doppelsieg war ihm nicht zu nehmen und Gregory musste zugeben,
dass er nie die Möglichkeit hatte an Patrick heranzufahren. Die Uhr zeigte es
auf eine harte weise, mit 7.194 Sekunden Rückstand musste sich Gregory ganz klar
geschlagen geben. Ja und der ewige Dritte war wer wohl? Lorenz Sennhauser balgte
sich die ersten paar Runden mit Simon Baumann und Jacques Schmid herum.
Allerdings nicht sehr lange und er fuhr wieder ein einsames Rennen auf Platz
drei.
Race 2 Italo + Open
Thierry Jack, Hansruedi Berger und Christian Greter waren die Männer auf dem
Podest der Open Klasse. Da fehlt doch wieder ein Name, in der Warmup Runde hatte
ich ihn noch gesehen. Klar, er musste von weit hinten starten, hatte er doch
einen Ausfall im ersten Rennlauf. Vielleicht habe ich ihn durch das Objektiv
meiner Kamera nicht gesehen. Warten wir die zweite Runde ab. Nein da war er auch
nicht. Auch Hans Mayer war weit hinten im Feld anzutreffen, lag er doch auch
noch hinter Peter Nessensohn, gab es etwa einen Sturz nach dem Start? Horst
dominierte das Feld und fuhr locker 1:57.184. Hinter ihm die grosse Leere, bis
Jack mit seiner Honda kam. Christian Monsch hatte die F4 wieder gegen die
Brutale 1078 getauscht und zeigte faszinierende Schräglagen und wilde Wheelies.
Im Intercup lag er auf Platz zwei. Hans fuhr eines seiner besten Rennen und
konnte sich um ein paar Gegner entledigen. Beim MV Agusta Intercup lag schon
wieder ein Podestplatz drin. Ja und der Dani? Was für ein Pech, das selbe
Schicksal wie im ersten Lauf, nur diesmal bereits in der Startaufstellung. 15
Amp. Sicherungen sind wohl für die heissblütige Italienerin zuwenig.
Andy RuchResultate
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